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Webdesign

Website-Relaunch: Die SEO-Checkliste für Unternehmen

ca. 8 MinutenNEXRUM Redaktion

Ein Website-Relaunch kann lange vorbereitet sein und trotzdem an einer unscheinbaren Einstellung scheitern. Das neue Design steht, die Inhalte sind freigegeben, der Starttermin ist im Kalender. Nur die Sperre für Suchmaschinen wurde aus der Vorschau übernommen. Damit der Umzug Ihrer Website geordnet verläuft, braucht SEO einen festen Platz im Projektplan und jemanden, der die Freigabe tatsächlich prüft.

Diese Checkliste richtet sich an Unternehmen, die eine neue Website beauftragen oder den Wechsel ihres Systems vorbereiten. Sie können damit Aufgaben verteilen und Ergebnisse abnehmen, ohne jede technische Einstellung selbst bedienen zu müssen. Entscheidend ist, dass aus jedem Prüfpunkt ein nachvollziehbares Ergebnis wird.

Den Website-Relaunch mit einem klaren Auftrag beginnen

Halten Sie fest, welches Problem die neue Website lösen soll. Müssen Kunden Leistungen besser verstehen? Ist die Pflege zu aufwendig? Funktioniert die Kontaktaufnahme auf dem Smartphone schlecht? Solche Ziele helfen Ihnen später zu beurteilen, ob eine Änderung sinnvoll ist. Ein modernerer Eindruck allein liefert wenig Orientierung für schwierige Entscheidungen.

Beschreiben Sie außerdem den Umfang. Ein neues Design bei gleichen URLs ist ein anderes Projekt als ein Wechsel von Domain, System und Inhaltsstruktur. Ordnen Sie jeder Änderung eine Begründung zu. Bewährte Adressen können bestehen bleiben, auch wenn die Seite darunter vollständig neu gestaltet wird. Zusätzliche Umzüge machen das Projekt nicht automatisch besser.

Benennen Sie Verantwortliche für Inhalte, Technik und Freigabe. Halten Sie fest, wer eine fehlerhafte Veröffentlichung stoppen darf und wer nach dem Start erreichbar ist. Das klingt nach Verwaltung. Es erspart den Moment, in dem mehrere Beteiligte gleichzeitig erklären, dass sie von einer anderen Zuständigkeit ausgegangen seien.

Den Bestand sichern, bevor Inhalte verschwinden

Erstellen Sie eine Liste der bestehenden Seiten und ihrer Aufgaben. Nehmen Sie auch wichtige Downloads und Landingpages auf, die im normalen Menü kaum auffallen. Sichern Sie eine Kopie der bisherigen Website und exportieren Sie verfügbare Auswertungen. Eine alte URL ist schnell entfernt. Warum sie einmal angelegt wurde, weiß danach vielleicht niemand mehr.

Nutzen Sie die Search Console für einen dokumentierten Ausgangsstand. Im Leistungsbericht lassen sich unter anderem Klicks und Impressionen nach Seiten und Suchanfragen untersuchen. Notieren Sie Zeitraum und Filter, damit spätere Vergleiche dieselbe Grundlage haben. Quelle: Search Console zum Leistungsbericht.

Ergänzen Sie diese Daten um geschäftliches Wissen. Eine selten besuchte Leistungsseite kann für passende Anfragen wichtig sein. Ein häufig gelesener Artikel kann dagegen kaum zum Angebot passen. Entscheiden Sie deshalb für jede relevante Seite, ob sie übernommen, überarbeitet, zusammengeführt oder bewusst entfernt wird. Dokumentieren Sie auch die Begründung.

  • Bestehende URL und Aufgabe der Seite erfassen, einschließlich wichtiger Dateien.
  • Verfügbare Such- und Anfragedaten mit Zeitraum sichern.
  • Verantwortliche für die inhaltliche Entscheidung benennen.
  • Geplantes Ziel und erforderliche Überarbeitung festhalten.

Prüfen Sie bei einer Neustrukturierung, ob vertraute Fragen weiterhin beantwortet werden. Eine knappere Navigation ist hilfreich, solange die Inhalte darunter auffindbar bleiben. Wichtige Erläuterungen nur wegen eines luftigeren Layouts zu streichen, wäre eine teure Form der Raumgestaltung.

Vier Stationen bis zum belastbaren Start
  1. Bestand

    Bisherige Seiten und ihren geschäftlichen Zweck dokumentieren.

  2. Zuordnung

    Für jede Änderung ein begründetes Ziel und eine Zuständigkeit festlegen.

  3. Freigabe

    Inhalte, Technik und Kontaktwege anhand einer festen Liste prüfen.

  4. Kontrolle

    Live-Ergebnisse beobachten und Abweichungen gezielt untersuchen.

Eigener Ablaufvorschlag für einen Relaunch. Die Veröffentlichung verbindet Vorbereitung und Nachkontrolle.

Alte Adressen auf passende neue Ziele führen

Für geänderte URLs brauchen Sie eine Zuordnung von alter zu neuer Adresse. Google empfiehlt bei dauerhaften Umzügen serverseitige Weiterleitungen mit 301 oder 308. Sie signalisieren einen bleibenden Wechsel; vorübergehende Weiterleitungen erfüllen einen anderen Zweck. Quelle: Google zu Weiterleitungen.

Leiten Sie möglichst direkt auf die fachlich passende Zielseite weiter. Google warnt vor pauschalen Weiterleitungen vieler alter Seiten auf eine unpassende Startseite und empfiehlt, Weiterleitungen grundsätzlich mindestens ein Jahr bestehen zu lassen. Quelle: Google zum Websiteumzug.

Lassen Sie die Zuordnung fachlich gegenlesen. Die Entwicklung kann zuverlässig umsetzen, was in einer Liste steht. Ob ein früheres Wartungsangebot im neuen Bereich Beratung wirklich gut aufgehoben ist, muss jemand mit Kenntnis des Angebots entscheiden. Bei zusammengeführten Seiten sollte die neue Seite die bisherigen relevanten Fragen tatsächlich abdecken.

Prüfen Sie die Liste anschließend systematisch. Erreicht jede alte Adresse das vorgesehene Ziel? Ist dieses Ziel verfügbar? Führt die Weiterleitung ohne unnötige Zwischenstationen dorthin? Ein Bericht mit geprüften URLs und Ergebnissen ist ein brauchbarer Abnahmebeleg. Eine mündliche Versicherung, die Weiterleitungen seien eingerichtet, ist keiner.

Indexierung, Canonicals und Sitemap abgleichen

Die Vorschau darf ihre Sperren nicht mitnehmen

Eine noindex-Anweisung kann Google von der Indexierung einer Seite abhalten. Damit Google diese Anweisung erkennt, muss es die Seite abrufen können. Eine zusätzliche Sperre in der robots.txt verhindert genau diesen Abruf. Die beiden Einstellungen sind daher nicht austauschbar. Quelle: Google zu noindex.

Lassen Sie für die vorgesehenen Suchergebnisse prüfen, ob solche Sperren noch vorhanden sind. Die Kontrolle sollte sowohl den ausgelieferten HTML-Code als auch Antwort-Header berücksichtigen. Dokumentieren Sie, welche Seiten absichtlich ausgeschlossen bleiben. Eine interne Dankeseite und die wichtigste Leistungsseite haben hier unterschiedliche Aufgaben.

Alle Signale müssen zu den geplanten Adressen passen

Canonical-Angaben benennen die bevorzugte URL bei gleichen oder sehr ähnlichen Inhalten. Google empfiehlt widerspruchsfreie Angaben, interne Links zur bevorzugten Adresse und einen Canonical auch auf dieser Seite selbst. Ein Canonical ist ein Signal, keine garantierte Anweisung zur Auswahl einer URL. Quelle: Google zu Canonical-URLs.

Vergleichen Sie deshalb die tatsächlich veröffentlichte Adresse mit den Angaben im Quelltext und in der Sitemap. Ein Verweis auf die Vorschau-Domain lässt sich in der normalen Ansicht leicht übersehen. Prüfen Sie außerdem Seitentitel, Hauptüberschriften und Beschreibungen. Sie sollten zum Inhalt passen und aus dem neuen System vollständig ausgegeben werden.

Eine aktuelle Sitemap hilft Google dabei, URLs zu entdecken. Sie garantiert weder Crawling noch Indexierung. Reichen Sie die vorgesehene Sitemap ein und prüfen Sie, ob ihre Einträge erreichbar sind. Quelle: Google zu Sitemaps.

Die Freigabe mit einer kurzen Startliste erteilen

Stellen Sie vor dem Start eine Liste zusammen, die Ihr Projektteam gemeinsam abzeichnet. Die wichtigsten Seiten sollten auf dem Smartphone und am größeren Bildschirm verständlich sein. Prüfen Sie auch die Bedienung per Tastatur. Inhalte müssen ohne Hindernisse lesbar bleiben, und der Weg zur Anfrage muss funktionieren. Ein Relaunch ohne funktionierendes Formular ist ein frisch gestrichenes Geschäft mit klemmender Tür.

  • Inhalte und Kontaktangaben sind freigegeben; interne Links führen zu den vorgesehenen Seiten.
  • Die technische Prüfung umfasst Weiterleitungen, Suchmaschinenzugriff und die Angaben zu den bevorzugten URLs.
  • Formulare und andere wichtige Kontaktwege wurden mit nachvollziehbarem Ergebnis getestet.
  • Sicherung, Rückweg und erreichbare Verantwortliche für den Start sind festgelegt.

Legen Sie fest, welche Fehler den Start verhindern. Ein fehlender Zugang zum Kontaktformular verdient eine andere Dringlichkeit als ein kleiner Abstand in einer Nebenansicht. Diese Entscheidung sollte vor dem Termindruck fallen. Nach der Freigabe braucht es einen konkreten Zeitpunkt und eine Person, die den veröffentlichten Stand nochmals kontrolliert.

Nach dem Start beobachten und gezielt reagieren

Prüfen Sie unmittelbar nach der Veröffentlichung die wichtigsten Einstiegsseiten und Kontaktwege. Kontrollieren Sie anschließend die URLs aus Ihrer Abnahmeliste am Livesystem. Tragen Sie den Starttermin in Ihrer Auswertung ein und notieren Sie spätere Korrekturen. So bleibt nachvollziehbar, wann sich etwas verändert hat.

Vergleichen Sie Sichtbarkeit und Anfragen regelmäßig mit dem dokumentierten Ausgangsstand. Berücksichtigen Sie dabei Saison, Werbeaktivitäten und Änderungen am Angebot. Ein einzelner Tag beantwortet selten, ob ein Relaunch gelungen ist. Wenn Daten fehlen, prüfen Sie zunächst auch die Messung. Sonst reparieren Sie womöglich ein Problem, das nur im Bericht existiert.

Bei einem Rückgang grenzen Sie die betroffenen Seiten und Suchanfragen ein. Prüfen Sie zuerst Erreichbarkeit und Freigaben, anschließend Inhalt und Zuordnung. Verändern Sie nicht gleichzeitig zahlreiche weitere Elemente aus Unruhe. Eine nachvollziehbare Untersuchung ist hilfreicher als tägliche Umbauten auf Verdacht.

Wenn Sie eine neue Website planen, nehmen Sie diese Checkliste mit ins erste Projektgespräch. Sie macht die Aufgaben sichtbar und schafft eine gemeinsame Grundlage für die Abnahme. Wir unterstützen Sie dabei, den Umfang und die Zuständigkeiten für Ihren Relaunch klar festzulegen.

Häufige Fragen

Verliert meine Website durch einen Relaunch Rankings?

Das lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Änderungen an Inhalten und Technik sowie ein URL-Wechsel können die Sichtbarkeit beeinflussen. Eine saubere Vorbereitung senkt vermeidbare Risiken, garantiert aber keine gleichbleibenden Positionen. Entscheidend sind dokumentierte Ausgangsdaten und eine verantwortliche Person für die Kontrolle nach dem Start.

Muss ich beim Relaunch alle URLs ändern?

Nein. Verständliche, funktionierende Adressen können bestehen bleiben. Ändern Sie URLs aus einem nachvollziehbaren Grund, etwa wegen einer notwendigen neuen Struktur. Jede zusätzliche Änderung braucht eine Zuordnung und einen Test. Ein neues Design allein erfordert normalerweise keine neue Adresse für jede Unterseite.

Was gehört in eine Weiterleitungsliste?

Erfassen Sie die alte URL, das fachlich passende Ziel, den erwarteten Status und das Ergebnis der Prüfung. Ergänzen Sie bei Bedarf die verantwortliche Person und den Grund der Änderung. Die Liste sollte auch wichtige Dateien und bisherige Kampagnenziele berücksichtigen, damit im Umzug nichts übersehen wird.

Kann die Agentur SEO erst nach dem Start prüfen?

Ein Teil der Kontrolle gehört auf die veröffentlichte Website. Die Bestandsaufnahme, Inhaltszuordnung und technische Vorbereitung müssen jedoch vorher erfolgen. Sonst fehlen nach dem Start unter Umständen Informationen darüber, welche Seiten zuvor Anfragen brachten oder welches Ziel eine alte Adresse erhalten sollte.

Wann ist ein Relaunch abgeschlossen?

Legen Sie dafür Abnahmekriterien fest. Die geplanten Inhalte müssen erreichbar sein, die vereinbarten Prüfungen bestanden und offene Aufgaben zugeordnet sein. Vereinbaren Sie zusätzlich eine Beobachtungsphase nach dem Start. Eine abgeschlossene technische Übergabe bedeutet nicht, dass sich die organische Sichtbarkeit bereits vollständig beurteilen lässt.

Quellen und weiterführende Informationen

Geprüft am 29. September 2026. Die Empfehlungen und Prioritäten im Text sind unsere redaktionelle Einordnung.

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